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Die Fächer Ethik und Religion halten kein Geheimwissen bereit, das alle Probleme der Welt einfach löst. Wir wollen also die über-legenswerten Fragen stellen und uns mit den offenen Fragen auseinandersetzen.

Die Fächer Ethik und Religion stellen Gedankennester dar, sie sind eine Ideenbörse für diejenigen,  die Lebensfragen umtreiben und mit vorgefertigten Antworten oder alten Denkgewohnheiten  und Konventionen unzufrieden sind. Einige Zitate können andeuten, worauf es ankommt:

"Moral predigen ist leicht, Moral begründen dagegen schwer." (A. Schopenhauer)

"Wir müssten den Blick ändern, um überleben zu können." (Paul Virilio)

Die Fächer Ethik und Religion versuchen Orientierung zu geben. Dazu ist es nötig, Zeitdiagnosen zu  erstellen, die derzeitige Medienkulturgesellschaft zu analysieren.
Schon im Neuen Testament (Mt 16,2) wird der, der Zeichen vom Himmel will,
an die Zeichen der Zeit verwiesen, die er deuten soll.

Die Fächer Ethik und Religion betreiben Ideologiekritik. Sie hinterfragen einfache Handlungsanweisungen und autoritäre Strukturen. Sie sind gegenüber einfachen Heilslehren und „neutralen“ Theorien misstrauisch und fragen nach dem Standort.

Die Fächer Religion und Ethik sind auf den Austausch mit den anderen Disziplinen und Sparten angewiesen; sie ziehen Verbindungslinien zur Arbeits- und Berufswelt, zu anderen Lebensbereichen, zu Literatur, Kunst und Philosophie. Eine bloße Nabelschau finden wir langweilig.

Wir bemühen uns um ein offenes Klima, in dem jeder seine Meinung äußern kann, ein Klima des Respekts. Voltaires Verständnis von Toleranz gibt die Richtung für einen offenen Dialog vor: Er kleidete seine Achtung des Anderen in die Worte:

„Ich missbillige ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass sie sie sagen können.“

Die Traditionen unserer Schülerinnen und Schüler sollen zur Sprache kommen.  Aber auch herausfordernde neue Denkansätze sollen gehört werden.  Wir wollen nicht für einen Anderen das Denken übernehmen,  sondern lediglich zum Nachdenken anregen:

„Ohne Fragen gibt es keine Erfahrung.“ (Hans-Georg Gadamer)

I will not bring you into a strange country,
but perhaps I will teach you that you are a stranger in your own country.
(Nicolas Malebranche)

Wir laden zum Nachdenken über Grundfragen, zum Sammeln von interessanten Denkansätzen und originellen Gedanken, Zitaten und zur Betrachtung von verwirrenden Zeitphänomenen ein.  Wir denken über die Konsumkultur und ihre Glücksversprechen nach.
Schülerplakat zur KonsumkulturZoomSchülerplakat zur Konsumkultur

 

 

 

 

 


Reflexion ist ein Prozess. Es lohnt sich, gerade über Alltagsphänomene nochmals nachzudenken:

"Wenn das Denken, von einer Sache angesprochen, dieser nachgeht,
kann es ihm geschehen, dass es sich unterwegs wandelt." (Martin Heidegger)

"Das Wichtigste im Leben und in der Arbeit ist, etwas zu werden,
was man am Anfang nicht war." (Michel Foucault)

Im Zentrum der Fächer Religion und Ethik stehen die konkrete Begegnung und das Nachdenken über den Menschen. Wenn Religion „Ehrfurcht vor dem Leben“ ist (A. Schweitzer) und Ethik ebenso Sensibilität und Dankbarkeit fördern will, weisen beide in die gleiche Richtung:

„Einem Menschen begegnen heißt von einem Rätsel wachgehalten werden.“
(Emmanuel Lévinas)

Wie kein anderer Philosoph hat E. Lévinas formuliert, dass Gott, Ethik oder auch das Denken insgesamt die Vielfalt braucht:

„Die Transzendenz oder die Güte ereignet sich als Pluralismus.“

„Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen, Gedanken,
die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt.“ (Friedrich Nietzsche)

„Die Pforten der Interpretation werden nie geschlossen.“ (Maimonides)

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