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Flohmarkt mit dem Motto "NEIN! zur Lebensmittel- und Textilverschwendung"

Die Schülerinnen und Schüler (SuS) der 10 BEb, welche den schulischen Teil ihrer Ausbildung zum/zur Verkäufer/in im Einzelhandel an der Max-Eyth-Schule absolvieren, haben sich in den letzten Wochen im Rahmen eines Projekts im Politikunterricht mit dem Thema der Lebensmittel- und Textilverschwendung beschäftigt. Die SuS recherchierten in Gruppen eigenständig zu verschiedenen Themenschwerpunkten, informierten sich gegenseitig über ihre neu gewonnenen Erkenntnisse und fertigten Informationsplakate an. Dabei war das Erstaunen der SuS teilweise sehr groß. "Dass für die Produktion von einer Jeans, die später auf dem Müll landet, ca. 11.000 Liter Wasser unnötig verbraucht werden, hätte ich nicht gedacht", äußerte sich Sharon Janke.

Intensiv beschäftigten sich die SuS damit, wer zu dem Problem der Lebensmittel- und Textilverschwendung beiträgt. Dabei nahmen die SuS insbesondere die Gruppe der Verbraucher und den Einzelhandel ins Visier. Da die SuS selbst im Einzelhandel tätig sind und in ihre Rolle als Verkäufer/in die Aufgabe besitzen, den Konsum der Kunden zu fördern, war die Auseinandersetzung mit der Frage, inwiefern der Einzelhandel zu der Problematik beiträgt, bewegend für die SuS. Der Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen und ökologisch nachhaltigen Gesichtspunkten wurde von den SuS an dieser Stelle heiß diskutiert.

Ein weiterer Fokus der SuS lag darauf, in Erfahrung zu bringen, welche Lösungen es für das Problem der Verschwendung geben könnte und wie die Verbraucher, aber auch der Einzelhandel und die Politik zur Lösung des Problems beitragen können. Hierfür informierten die SuS sich auch in ihren Betrieben. So stellten SuS, die in der Lebensmittelbranche ihre Ausbildung absolvieren, vor, welche Lebensmittelreste anfallen und mit welchen Initiativen (z. B. Tafel) ihre Betriebe zusammenarbeiten. Auf großes Interesse stieß bei den SuS die private Initiative "foodsharing" sowie die von der Bundesregierung ins Leben gerufene Initiative "Zu gut für die Tonne".

Ausschnitte aus dem Angebot des FlohmarktesZoomAusschnitte aus dem Angebot des Flohmarktes Auch der Gedanke, wie man die Schüler und Schülerinnen sowie die Lehrer und Lehrerinnen in der Max-Eyth-Schule auf das Problem der Lebensmittel- und Textilverschwendung aufmerksam machen kann, war für die Schüler von großer Bedeutung. Gemeinschaftlich beschloss die Klasse einen kleinen Flohmarkt in der Schule am 28. Juni 2016 zu veranstalten. Ziel des Flohmarktes war es zum einen, konkrete Lösungsansätze "lebendig" zu machen.

In diesem Sinne war es den SuS ein Anliegen zu zeigen, dass das Prinzip Flohmarkt der Textilverschwendung entgegenwirken kann. "Statt die Kleidung wegzuschmeißen, kann auf einem Flohmarkt dafür noch Verwendung gefunden werden", erklärt Halil Virit den Besuchern. Die SuS durchstöberten ihre Kleiderschränke und fragten auch Verwandte und Freunde nach einer Spende.

"Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viel zusammenbekommen" sagte Edis Imamovic bei Sichtung der Kleidung.

In Bezug auf das Thema Lebensmittelverschwendung griffen die SuS das Thema Resteverwertung aktiv auf. So wurden im Vorfeld passende Rezepte zur Resteverwertung herausgesucht und auf dem Flohmarkt unter anderem Bananenmuffins, die sich hervorragend mit braunen Bananen zubereiten ließen, verkauft.

Die InformationstafelnZoomDie Informationstafeln Informationsblätter für die BesucherZoomInformationsblätter für die Besucher

 

 

 

 

 

 

 


Zum anderen bot der Flohmarkt den SuS die Möglichkeit, ihre Informationsplakate vorzustellen und damit ihr Wissen weiterzugeben. Zum Mitnehmen hatten die SuS für die Besucher Informationsblätter zum Thema Resteverwertung, Lagerung von Lebensmitteln und Textilsiegel vorbereitet.

Durch den Flohmarkt nahmen die SuS eine Geldsumme von 125 EUR ein, die sie für einen gemeinsamen Ausflug nutzen möchten. Die SuS würden sich freuen, wenn ihr Projekt in der Zukunft in einem größeren Rahmen in der Schule durchgeführt werden würde.

Die Schülerinnen und Schüler mit ihrer LehrerinZoomDie Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin

Insgesamt machte den SuS das Projekt großen Spaß. "Politik ist ja sonst nicht so mein Ding, aber das war mal wirklich interessant", äußerte sich Leyla Saygaz. Auf die Frage was die SuS aus dem Projekt mitnehmen, gaben die SuS an, dass sie auf das Thema einen anderen Blick bekommen haben und sich vor allem selbst als Verbraucher sehen, die zu dem Problem beitragen, aber auch etwas dagegen unternehmen können.

"Letztlich sind wir es doch als Verbraucher, die das Angebot bestimmen. Wenn wir nicht so viel nachfragen, passt sich der Handel auch daran an“, gibt Dilara Sahin bei dem Abschlussgespräch des Projekts zu bedenken.

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